1.10.2013 – Der .space schließt seine Pforten

Es liest sich wie eine dieser Geschichten, die man nur aus Metropolen wie Hamburg oder Berlin kennt. Doch auch im Osnabrücker Raum lassen sich Erfolgsstories schreiben.
Gut zwei Jahre lang hat der .space den Begriff Coworking in der Region bekannt gemacht, ein erstaunliches Netzwerk geschaffen und sich mit viel Engagement den Schlüsselthemen Innovation, Fachkräftebindung und Kreativwirtschaft gewidmet.

Rückblick & Erfolge

Die Zusammenarbeit unterschiedlichster Branchen unter einem Dach wurde im Coworking-Space in der Georgstraße zur gelebten Realität. Ob Google, das European Media Art Festival oder zahlreiche Branchenstammtische – der Coworking-Space beherbergte viele Gäste. Auch zahlreiche innovative Projekte wie zum Beispiel der Verband der Kreativwirtschaft k-quadrat, die neue Handwerkskammer der Softwareentwickler socramob, den führenden Kongress der Web-, IT- und Medienbranche innovate! und ein Dachverband der Coworking-Spaces und Business-Center in Deutschland wurden durch den .space begleitet und initiiert. Forschungsprojekte mit der Hochschule Osnabrück, ein Coworking-Camp auf der Cebit 2013 mit Unterstützung für 16 Startups und vieles mehr haben den .space für ein breites Publikum zum Inbegriff des Coworkings in der Region gemacht – zu einem Anlaufpunkt für das Zusammenarbeiten und das Zusammenwirken.Mehr als 100 Veranstaltungen, 118 verschiedene Coworker und 6 eigene Spin-Offs stehen nach zwei Jahren auf der Erfolgsbilianz des Coworking-Spaces.

Wie es zur Schließung kam

Für die Gründer und Initiatoren des .space wird es nun jedoch Zeit ihre Energie vermehrt in eigene Projekte zu investieren und das Projekt Coworking in andere Hände zu geben. Wolf Goertz, .space Initiator und Gründer, hat zusammen mit einem weiteren Gesellschafter mittlerweile eine neue GmbH für Web- und App-Entwicklung gegründet. Julia Amelung, Gründerin des .space, ist neue Geschäftsführerin des Grafikdesign-Büros Hasegold GmbH. Die Suche nach selbst organisierten Nachfolgern, wie auch die Übergabe des Konzeptes in eine kommunale Trägerschaft, um die vielen erfolgreichen Projekte in der Stadt zu halten, blieb bisher jedoch leider erfolglos.
Initiator Wolf Goertz dazu: „Uns ist seit einiger Zeit klar, dass wir das .space nur mit übermäßigen ehrenamtlichen Engagement hätten weiter betreiben können. Wir haben Politik, Verwaltung und weitere Akteure der Stadt immer in alle Prozesse eingebunden, damit dieses ungeheure Potential für die Region weiter genutzt werden und vergrößert werden kann. Nun müssen wir jedoch leider die Konsequenzen aus wiederkehrenden Absichtsbekundungen ohne Ergebnisse ziehen.“

Ausblick

Somit schließt der von vielen liebgewonnene .space in der Georgstraße diesen Oktober seine Pforten und entlässt seine Coworker in kleinere Bürogemeinschaften. Auf der Suche nach einer längerfristigen Perspektive zieht es einige Startups jedoch auch in andere Städte. „Wir brauchen als Jungunternehmer klare und verbindliche Aussagen der Akteure. So werden schnell falsche Erwartungen geweckt, das führt zu schnell zu Frust.“ resümiert Wolf Goertz und hofft, dass sich in der Stadt für die Zukunft daraus lernen lässt.
Sollte jedoch neue Akteure bald wieder einen neuen Raum der Möglichkeiten für kreative Zusammenarbeit in der Region entwickeln wollen, stehen die ehemaligen Coworking-Gründer mit ihren Erfahrungen, Wissen und Material gern zur Seite.